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Scheuertouren und Martindale — was die Zahl über einen Stoff sagt

Die Martindale-Zahl sagt, wie viele Reibbewegungen ein Bezugsstoff im Labortest aushält, bevor zwei Fäden brechen. Für Wohnräume nennt der Fachhandel üblicherweise 15.000 bis 25.000 Touren, für stark genutzte Räume 30.000 bis 50.000. Über Flecken, Pilling und Lichtechtheit sagt die Zahl nichts — dafür gibt es eigene Prüfungen.

Von Stefan Meier, Inhaber von BoConcept Kiel · Stand: 18.09.2026

Wie der Test funktioniert

Der Martindale-Test ist in der Norm DIN EN ISO 12947 beschrieben. Ein Stück des Bezugsstoffs wird unter festgelegter Gewichtsbelastung gegen einen wollenen Standardstoff gerieben. Gezählt wird, wie viele Reibbewegungen — Touren — der Stoff aushält. Geprüft wird in Abschnitten von 5.000 Touren.

Die Prüfung endet, wenn zwei Fäden des Gewebes gebrochen sind. Diese Zahl heißt Schleißzahl und steht in den Datenblättern als „Scheuertouren" oder „Martindale". Die Norm hat vier Teile: das Prüfgerät, die Probenzerstörung, den Masseverlust und die Veränderung der Oberfläche.

Welche Zahl für welchen Raum

Die Norm selbst schreibt keine Mindestwerte für Wohnmöbel vor. Was Sie überall lesen, sind Richtwerte des Fachhandels:

NutzungÜbliche Angabe
Wohnräume, normaler Haushalt15.000 bis 25.000 Touren
Stark genutzt: Hotel, Restaurant, Büro30.000 bis 50.000 Touren
Öffentlicher Verkehr, Wartebereiche80.000 bis 100.000 Touren

Für ein Sofa im Wohnzimmer ist eine hohe fünfstellige Zahl also kein Qualitätsbeweis, sondern meist ein Hinweis auf einen Objektstoff. Umgekehrt gilt: Ein Stoff mit 20.000 Touren ist für ein Zuhause nicht „zu schwach".

Was die Zahl nicht sagt

Das ist der wichtigere Teil. Scheuertouren messen Abrieb — mehr nicht:

Woran Sie einen pflegeleichten Bezug erkennen

Diese sechs Merkmale können Sie am Muster selbst prüfen:

  1. Abnehmbarer Bezug mit Reißverschluss. Waschbar oder einzeln ersetzbar, statt das ganze Möbel neu zu beziehen.
  2. Schmutzabweisende Ausrüstung der Faser. Flüssigkeit perlt ab, statt sofort einzuziehen.
  3. Hoher Anteil Polyester, Polypropylen oder Acryl. Nimmt weniger Feuchtigkeit auf als Baumwolle, Leinen oder Viskose.
  4. Flache, dichte Webart statt offener Schlinge. Krümel und Tierhaare setzen sich weniger fest, Krallen finden keine Schlaufe. Bouclé sieht wunderbar aus, ist aber das Gegenteil davon.
  5. Melierte oder mittlere Farbtöne. Sie zeigen Staub und Flecken schwächer als ein sehr helles oder sehr dunkles Uni.
  6. Angegebene Reinigungsart auf dem Etikett. Sie sagt, ob Wasser, Lösungsmittel oder nur die Fachreinigung zulässig ist.

Bei BoConcept Kiel

Ein Teil unserer Stoffe trägt die Ausrüstung AquaClean. BoConcept beschreibt sie als patentierte Technologie, die über die Lebensdauer des Stoffs erhalten bleibt; die Stoffe halten mehreren Waschzyklen stand und behalten ihr Erscheinungsbild bis zu einem Jahrzehnt lang (boconcept.com).

Für die Pflege gilt bei jedem Material dasselbe: regelmäßig absaugen, Flecken sofort entfernen, die Pflegehinweise befolgen.

Die Scheuertouren je Kollektion stehen in unseren Materialunterlagen. Sagen Sie uns, wie Sie leben — Kinder, Tiere, Sonne von Süden —, dann nennen wir Ihnen die Werte zu den Stoffen, die für Ihren Raum infrage kommen. Muster können Sie mitnehmen und zuhause bei Tageslicht ansehen; unter Ladenlicht sieht jede Farbe anders aus.

Mehr zur Wahl des richtigen Sofas steht unter Lohnt sich eine Einrichtungsberatung vor dem Sofakauf?.

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